Das EN 1078-Zertifikat – der wichtigste Filter
Beim Kauf eines Kinderhelms ist das Erste, worauf du achten solltest, ein kleines Symbol auf der Innenseite des Helms: das EN 1078-Zertifikat. Diese europäische Norm legt verbindliche Mindestanforderungen für Fahrradhelme fest – an die Stoßdämpfung, die Retention (also wie sicher der Helm am Kopf sitzt) und die Sichtbarkeit der Tragenden.
Ohne dieses Zertifikat darf ein Helm in der EU gar nicht als Schutzausrüstung verkauft werden. Dennoch tauchen immer wieder Helme ohne gültige Zertifizierung auf – vor allem in günstigen Online-Shops. Kontrolliere daher immer das Etikett im Inneren des Helms. Steht dort kein Hinweis auf EN 1078, ist der Helm kein geprüfter Schutzhelm, egal wie er aussieht.
Ein zertifizierter Helm muss nachweislich in der Lage sein, Stöße so abzumildern, dass die auf das Gehirn wirkende Kraft einen definierten Grenzwert nicht überschreitet. Für Kleinkinder, deren Schädel noch in der Entwicklung ist, ist das besonders wichtig.
EPS-Kern: der unsichtbare Lebensretter
Unter der bunten Außenschale steckt das Herzstück jedes guten Helms: der EPS-Kern (Expanded Polystyrene, also expandiertes Polystyrol). Dieses leichte, weiße Schaumstoffmaterial sieht unscheinbar aus – aber es ist der eigentliche Aufprallschutz.
Bei einem Sturz verformt sich der EPS-Kern kontrolliert und wandelt dabei kinetische Energie in Wärme um. Dieser Vorgang dauert nur Millisekunden, verlängert aber die Aufpralldauer messbar – was die auf das Gehirn wirkende Kraft deutlich reduziert. Ohne diesen Kern wäre ein Helm nur eine Schale ohne Schutzwirkung.
Wichtig zu wissen: Der EPS-Kern kann sich nach einem Sturz unsichtbar verformen. Von außen sieht der Helm noch tadellos aus, aber seine Schutzfunktion ist beeinträchtigt oder ganz verloren. Deshalb gilt: Nach jedem stärkeren Aufprall muss der Helm ersetzt werden – auch wenn er äußerlich noch gut aussieht.
Die richtige Passform – wichtiger als alles andere
Ein Helm, der nicht sitzt, schützt nicht. Das klingt simpel, wird aber erstaunlich oft unterschätzt. Die Passform ist der entscheidende Faktor – und sie beginnt mit der richtigen Kopfgröße.
So misst du den Kopfumfang deines Kindes: Lege ein flexibles Maßband ca. 2–3 cm über den Augenbrauen an, führe es quer über die Ohren und um den breitesten Teil des Hinterkopfs. Der gemessene Wert in Zentimetern ist der Kopfumfang. Vergleiche ihn mit der Größentabelle des jeweiligen Helms – dort findest du, welche Helmgröße passt.
Zusätzlich zur Grundgröße bieten gute Helme ein Einstellrad (Ring-Retention-System) am Hinterkopf. Damit lässt sich der Helm fein justieren, sodass er weder drückt noch wackelt. Der richtige Sitz: zwei Finger breit über den Augenbrauen, fest aber ohne Druckgefühl, und der Helm bewegt sich beim Schütteln des Kopfes nicht.
Für Kleinkinder gilt: Lieber einmal zu viel prüfen als davon ausgehen, dass der Helm schon sitzt. Ein Helm, der beim Sturz vom Kopf rutscht oder kippt, ist nutzlos.
Belüftung und Gewicht
Kinder regulieren ihre Körpertemperatur anders als Erwachsene – und sie hören nicht auf zu fahren, nur weil ihnen warm wird. Ein gut belüfteter Helm ist deshalb kein Luxus, sondern ein Komfortmerkmal, das darüber entscheidet, ob dein Kind den Helm freiwillig trägt.
Achte auf ausreichend große Belüftungsschlitze, die so angeordnet sind, dass Luft durch den Helm strömen kann. Bei günstigen Helmen sind die Schlitze oft nur dekorativ – im Inneren fehlt die entsprechende Kanalführung, die den Luftstrom tatsächlich ermöglicht.
Das Gewicht spielt ebenfalls eine Rolle. Kleinkinder haben im Verhältnis zum Körper relativ schwere Köpfe – ein unnötig schwerer Helm ermüdet die Nackenmuskulatur und wird deshalb gerne abgelegt. Entscheidend ist dabei nicht nur die reine Grammzahl, sondern wie das Gewicht verteilt ist und wie gut der Helm sitzt. Ein gut geformter Helm mit ergonomischer Passform – wie der Moreez-Helm mit nur 340 g – liegt dabei genauso angenehm auf dem Kopf wie manch leichterer Helm mit schlechterem Sitz.
Wann muss der Helm ersetzt werden?
Es gibt zwei klare Situationen, in denen ein Kinderhelm ersetzt werden muss:
Nach einem Sturz mit Kopfaufprall. Wie oben erklärt, kann sich der EPS-Kern unsichtbar verformen. Selbst wenn der Helm von außen makellos aussieht, kann seine Schutzwirkung stark reduziert sein. Im Zweifelsfall immer ersetzen – ein neuer Helm ist günstiger als das Risiko.
Alle drei bis fünf Jahre. Materialien altern, Kunststoffe werden spröder, Schaumstoff verliert seine Elastizität. Auch ohne Sturz sollte ein Helm nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden. Hinzu kommt: Kinder wachsen – was mit zwei Jahren gepasst hat, sitzt mit vier Jahren oft nicht mehr richtig.
Ein weiteres Signal: Wenn dein Kind den Helm ablehnt, drückt er irgendwo. Schmerz oder Druckgefühl sind immer ein Grund, die Passform neu zu überprüfen oder einen anderen Helm auszuprobieren.
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EN 1078-zertifiziert, EPS-Kern, Magnetverschluss und optimale Belüftung – für Kinder ab 2 Jahren.